Die 2te Heimat: „Die Kunst des Neuanfangs. Es geht viel mehr als wir glauben“

Gestern habe ich – zusammen mit einer Freundin – einen so wunderschönen und vom Thema her sehr interessanten Abend verbracht, dass ich das Erlebte hier in meinem Blog 'verewigen' , aber auch ein bisschen Werbung für die Veranstalter, die Mitwirkenden und die Location machen möchte.

Marianne und ich waren bei der Auftaktveranstaltung "Wohnzimmergespräche" der Zeitschrift Brigitte Woman. Das "Wohnzimmer" befand sich in einer – meiner Meinung nach – sehr schönen und für den Anlass äußerst passenden Location Hamburgs, die ich schon bei der Hamburger Theaternacht vor ein paar Wochen kennenlernen konnte: die 2.te Heimat – Hamburgs einzigartiger Theatersalon.

Begrüßt wurden die ca. 70 – vorwiegend weiblichen – Teilnehmer des Abends persönlich und sehr freundlich von den Geschäftsführern des kleinen Theaters. Vor der eigentlichen Veranstaltung wurde ein Begrüßungsgetränk gereicht sowie leckere Häppchen verteilt und es blieb Zeit für den ein oder anderen Kennenlernplausch.

Immer wieder positiv aufgefallen ist mir die Liebe zum Detail, die das Team der 2. Heimat in ihre Veranstaltungen steckt – das geht schon beim Anmelden und dem freundlichen Mailkontakt los und geht weiter bei netten Namenskärtchen an der Bestuhlung und auch beim Essen, bei der persönlichen Begrüßung und Verabschiedung – eine Veranstaltung in der 2. Heimat ist wirklich etwas Besonderes!

Nun aber zum Thema des Abends: Brigitte Roser, Psychologin, Coach und Bauchautorin sowie Karin Weber-Duve. stellvertretende Chefredakteurin von Brigitte Woman, sprachen über die Kunst des Neuanfangs und darüber, dass viel mehr geht als wir glauben. Gerade in der zweiten Lebenshälfte spüren viele Frauen (meiner Meinung nach auch viele Männer, von denen leider nur 2-3 an der Veranstaltung teilnahmen…warum eigentlich? Nur weil es eine Veranstaltung einer Frauenzeitschrift war?? Ich kenne genügend Männer, auf die das Thema/die aufgeworfenen Fragen genauso passt wie auf Frauen!), dass es Träume und Sehnsüchte in ihrem Leben gibt, die sie nicht ausleben – im Beruf genauso wie im Privatleben. Doch die meisten Menschen (ich unterscheide mal bewusst nicht zwischen Frauen und Männern hier – obwohl es beim gestrigen Abend vorrangig um Frauen ging) verharren in 'der Komfortzone des Alltags', sprich: sie erfinden Ausreden, warum dieses und jenes nicht geht und machen so 
weiter wie bisher, anstatt etwas zu ändern. Brigitte Roser und Karin Weber-Duve fanden im Gespräch Antworten auf die Fragen, was uns hindert und was ein Neubeginn für unser Leben bedeutet, wie wir 
Hürden überwinden können und weshalb Neuanfänge gerade im Alter lebensnotwendig sind (wer Jahre/Jahrzehnte unglücklich mit seiner Arbeit oder einem anderen Lebensbereich ist, wird dadurch langfristig krank und darum ist eine Veränderung oft lebensnotwendig).

Sowohl Frau Roser als auch Frau Weber-Duve wissen, wovon sie sprechen: Brigitte Roser ist eine Spezialistin für Ausflüchte und hat darüber das Buch "Das Ende der Ausreden" geschrieben. Eine ihrer Hauptthesen: Spannend ist das Handeln; Ausreden dagegen sind Glücks-Verhinderer. Denn indem wir Ausreden finden, um etwas nicht zu tun, hindern wir uns daran, die Vielfalt unserer Lebensmöglichkeiten zu entdecken. Die Journalistin Karin Weber-Duve hingegen ist – wie uns eingangs erläutert wurde – eine Spezialistin für Neuanfänge. Dreimal hat sie von sich aus ihren Job gekündigt, in hoch angesehenen Unternehmen wie dem Norddeutschen Rundfunk, dem STERN oder der Wochenzeitung “Die Woche”.

Durch das äußerst charmante, warmherzige, aber auch sehr humorvolle Wesen beider Frauen war das doch ernste Thema nie bedrückend oder gar langweilig – ganz im Gegenteil: es wurde häufig im Publikum herzhaft gelacht über die schlagfertige, humorvolle Ausdrucksweise beider Damen und bei der anschließenden Einbeziehung des Publikums ins Gespräch gab es doch die eine oder andere Dame, die ein wenig über ihr Leben/ihre Probleme erzählte.

Abschließend – und bevor es ans gemeinsame Essen ging – gab uns Frau Roser noch eine Übung mit auf den Weg, mit der man herausfinden soll, wie es ums eigene Leben bestellt ist: man soll sich – gerne mit einem Freund oder einer Freundin zusammen – gedanklich in das Lebensalter hineinversetzen, was man zu erreichen glaubt und aus dieser Sicht aus aufs Leben zurückblicken und sich fragen, an wie viel Gutes man sich erinnert und ob man das Leben so gelebt hat, dass man erfüllt, glücklich und zufrieden ist.  Wenn dem nicht so ist, sollte man schnellstmöglich etwas daran ändern, denn es ist nie zu spät noch ein paar zufriedenere Jahre zu verbringen. 😉

Es kommt im Leben leider auch vor, dass man Veränderungen nicht selbständig und somit freiwillig herbeiführt, sondern dass sie einem aufgezwungen werden und das Leben von heute auf morgen in vollkommen anderen Bahnen verläuft. In so einem Fall sollte das Ziel sein das neue Leben anzunehmen statt dem alten Leben nachzutrauern, das es nie mehr geben wird; auch das aufgezwungene neue Leben birgt ja die Chance von Verbesserung in sich und mobilisiert ungeahnte Kräfte….nur das 'annehmen/akzeptieren' ist für manchen ein jahrelanger Prozess – ich arbeite daran. 😉

 

Nach gut 1,5 Std 'Wohnzimmergespräch' ging es zum gemeinsamen Essen – in wunderschönem Ambiente an zwei langen Holztischen. Bei gutem Wein und einem sehr leckeren 3-Gänge-Menue wurde munter weiter über das Thema des Abends, aber auch über vieles andere geredet.

Nach einer Kaffeespezialität mit Pralinen (!) musste auch dieser schöne Abend irgendwann enden – Marianne und ich gingen mit den Letzten….das sagt doch eigentlich alles über diesen Abend oder?! Und beim nächsten "Wohnzimmergespräch" sind wir wohl sicherlich wieder mit von der Partie.

 

Zum Abschluß nun noch 3 Fotos von der 2. Heimat, damit man sich zumindest ein bisschen vorstellen kann, in welch gemütlichem Ambiente dieser Abend stattfand und der ein oder andere Leser meines Blogs dieses etwas andere Theater in Hamburg auch mal aufsucht.

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Ambientefoto schaft

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(Vielen Dank ans Team der 2. Heimat für diese Fotos)

 

 

 

2 Gedanken zu „Die 2te Heimat: „Die Kunst des Neuanfangs. Es geht viel mehr als wir glauben“

  1. Deichruner's Filius #1

    Bei dem Theater hat Dein Sohn übrigens die Dachfläche des Anbaus gemacht und ein Freund von ihm die Zimmererarbeiten im Inneren… Nur so nebenbei 😉

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