Off-topic: Sinn und Unsinn von Ansichtskarten……

Rosenkarte

Leider gibt es noch immer diese Ansichtskarten.

Immer gerade dann, wenn man keine will, liegt so ein Ding im Briefkasten. Heute wieder. Sie kam gleich in die Rundablage. Eigentlich gehören Postkarten abgeschafft, verstoßen sie doch erstens gegen das grundgesetzlich verbriefte Briefgeheimnis. Zweitens liegt die Gefahr der Belästigung sehr hoch……

Es gibt so viele verschiedene Postkarten, es sind auch – vom Motiv her – sehr hübsche darunter, wie z. B. die heutige hier mit dem Rosenmotiv, aber im Gegensatz zu einem Brief wird man von einer Postkarte geradewegs gezwungen sie – zumindest oberflächlich – zu lesen, da man es nie im Griff hat, ob sie sich einem mit der Motivseite präsentiert oder mit der Textseite.

Bei einem Brief hat man die freie Entscheidung, ob man ihn öffnet und liest, so eine Postkarte lässt einem wenig Spielraum und verdirbt einem dann die Stimmung für den ganzen Tag, wenn sie von Personen kommt, von denen man keine Post erhalten möchte, aber dann auf so subtile Weise zum Lesen gezwungen wird. 🙁

Diesen Frust musste ich mal loswerden – vielleicht geht es ja dem einen oder anderen meiner Leser-/innen auch hin und wieder so?

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Tina, Petra und Jutta haben soeben diesen Blogbeitrag kommentiert und ich musste feststellen, dass ich mich wohl nicht klar genug ausgedrückt habe: auch ich schätze Ansichtskarten! Ich schätze Ansichtskarten mit schönen Motiven und Ansichtskarten von Menschen, von denen ich gerne Post bekomme. Als es mir vor noch nicht allzu langer Zeit nicht besonders gut ging, habe ich regelmäßig von einer lieben Bloggerfreundin sehr liebe, sehr persönliche Ansichtskarten bekommen – dafür war und bin ich sehr dankbar, haben mir diese Karten doch gezeigt, dass sie an mich denkt und dass ich ihr etwas bedeute!

Aber es gibt eben auch Menschen, von denen ich keine Post (mehr) bekommen möchte und da fühle ich mich durch eine Ansichtskarte mehr genötigt als durch einen Brief – den Brief kann ich ungeöffnet lassen, bei der Ansichtskarte bleibt es nicht aus, dass zumindest ein paar Worte 'quasi zwangsweise/unbeabsichtigt' gelesen werden, weil das Auge den Text so schnell aufnimmt.

Nur um solche Ansichtskarten geht es mir – über Ansichtskarten von lieben Menschen, mit denen ich Kontakt pflegen möchte, freue ich mich sehr. Da sehe ich es auch wie Tina: Handgeschriebenes bedeutet mir – gerade in der heutigen, sehr virtuellen Welt – besonders viel. Und wie Petra und Jutta freue ich mich daher über jede (andere) Ansichtskarte!

Ich hoffe, dass ich mich jetzt klarer ausgedrückt habe?!

8 Gedanken zu „Off-topic: Sinn und Unsinn von Ansichtskarten……

  1. Tina

    Ich freue mich eher über Postkarten, da es scheinbar immer seltener wird, dass jemand Zeit investiert und noch etwas von Hand schreibt. So eine Mail oder SMS ist doch eher „massenware“

  2. Petra aka Cascabel

    Ich mag Ansichtskarten gerne, vor allem wenn sie einen Einblick in Urlaubsgegenden geben. Bisher habe ich auch noch keine mit unangenehmen Inhalten bekommen – von daher kann ich deine Argumentation für mich nicht ganz nachvollziehen. Denn Briefe hab ich bisher auch noch alle aufgemacht und gelesen (ich wäre viel zu neugierig, um einen Brief ungeöffnet wegzulegen ;-)) – vielleicht fehlt mir ja einfach die schlechte Erfahrung?

  3. Jutta

    Ich freue mich über jede Ansichtskarte, denn für mich ist sie ein großes Kompliment. Jemand, der sich gerade im Urlaub befindet und diese kurze, wertvolle Zeit an einem anderen Ort verbringt, denkt an mich und schreibt mir einen lieben Gruß. Das gefällt mir. Man kann sich in fremde Länder träumen und bekommt Lust auf Luftveränderung. Ist doch schön! Und was steht schon großartig Geheimes auf Karten? Das ist mir schnurzpiepegal, wer da mitliest. Sollen se doch.
    Auch Geburtstagskarten finde ich toll. Meine Schwester schickt mir oft ausgefallene Karten, die ich gerade gestern auf meine Fensterbank im neuen Zimmer dekoriert habe, weil sie so lieb sind.
    Briefe habe ich auch noch nie ungelesen weggeworfen. Vielleicht mache ich ja eine große Erbschaft vom unbekannten Onkel aus Paraguay? Wie unterchiedlich doch die Naturen sind!

  4. Lilly

    Ja, du hast dich klar ausgedrückt, aber wer will das wissen. Jetzt wird derjenige/diejenige dich erst recht damit bombadieren.

  5. Pöt

    ENDLICH!
    Endlich jemand, der seine Postkartenhassliebe auch differenziert.
    Am meisten ärgert MICH, dass jeder sie lesen kann. Manche Dinge sollte man wirklich in einen verschlossenen Brief packen.
    Und Karten a la „Essen gut, Wetter gut, alles gut“, nur um anzugeben „wir waren zum 7. mal wieder auf Mallorca/Teneriffa/Sylt etc“ – das muss ich wirklich nicht haben. Denn die schönsten Urlaube sind nicht die von den anderen, sondern meine. Die schönsten Bilder sind nicht die Hochglanzpostkartenbilder vom Hotel oder dem geklonten Blumenstrauß, sondern meine „abstürzende“ (weil ich viel zu dicht dran stehe) Windmühle, die leichte Unschärfe, weil meine Tochter just in dem Moment, wo ich abdrücke, herzhaft lachen will, oder das störende Auto im Hintergrund.
    Hasse ich deswegen Postkarten? Ja.
    Ok, ich liebe sie auch irgendwie. Aber haben muss ich sie nicht.
    Haben will ich meine eigenen Bilder und vor allem meine Erinnerungen. Die bleichen zwar auch aus, aber sie sind mit Gefühlen verbunden. Eine Postkarte nur mit einigen Euros.
    Meine Bilder haben bleibenden Wert, ich kann sie nicht weitergeben. Bei Postkarten/Ansichtskarten habe ich keinen Bezug zum Objekt. Jedes Dort sieht gleich aus, jedes Hotel ist irgendwo gleich, jede Blume ist schön. Aber wenn ICH etwas mache, dann kann ich nach Jahren noch sagen: DA sind wir gelaufen, da haben wir Eis gegessen, diese wilde Rose stand da und da und Christa hat dieses oder jenes dazu gesagt.
    Brauche ich also Postkarten? Eher nein!
    Eine Postkarte ist wie Fertigfutter: Jemand anderes hat sich zu meiner Bequemlichkeit etwas einfallen lassen und ich nehme es an, wohl wissend, dass es nicht MEINEN Geschmack trifft, sondern nur einen Durchschnittsgeschmack.
    Ich koche lieber selbst, als Dr-Oettker-Pfannekuchen aus der Flasche zu brauchen. Egal, wie „toll“ es andere finden.
    Meine 2 Cent…
    Pöt

  6. Hedonistin

    Hmm – private Briefe kommen doch auch oft ohne Absenderangabe. Seit einigen Jahren wird das auch bei „persönlicher“ Werbepost zunehmend Mode, also das Spekulieren auf die Neugier des Empfängers, der einen Brief öffnen muss, um zu erfahren, von wem er kommt: Da ist also nix mit ungeöffnet wegwerfen …
    Oder vor etlichen Jährchen noch, als Anrufe entgegengenommen werden mussten, um herauszufinden, wer da anklingelt, weil keine Nummern mitgeschickt werden durften oder noch früher das technisch gar nicht möglich war oder noch früher es noch keine Anrufbeantworter gab …
    Das Problem ist wohl nicht das Medium. Und löst sich irgendwann von selbst, sobald der Status der fraglichen Person bei dir von „unerwünscht“ zu „ist mir völlig gleichgültig“ gewechselt hat. Nur eine Frage der Zeit. 😉

  7. Deichrunner

    Zitat: „sobald der Status der fraglichen Person bei dir von „unerwünscht“ zu „ist mir völlig gleichgültig“ gewechselt hat. Nur eine Frage der Zeit. ;-)“ – ja, genau so ist es wohl: alles eine Frage der Zeit!
    Danke für dein Verständnis. 🙂

  8. Klaus

    Großartig wie du über dieses Thema reflektierst, Eva! Viele Ansichts- und auch Glückwunschkarten sind absolut nichtssagend, voller toter Floskeln oder mit Gemeinheiten gespickt. Besonders im Verwandtenkreis ist das mehr als lästig – schade um die Anschaffungskosten und das Porto! Das würde besser den Ländern der 3. Welt zufließen.
    Und wenn dann diese Postkarten noch an Anschriften adressiert werden mit c/o und jeder Einblick nehmen kann, ist das das der Gipfel an Unverschämtheit und Penetranz.
    Ich hoffe, dass du irgendwann davon verschont bleibst.
    Nichts gegen snail-post von lieben Menschen und Freunden; da hüpft das Herz!

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