Murks: Johannisbeertarte

Herr D. war einkaufen und brachte – einfach so – Johannisbeeren mit; gut gemeint – sicherlich, aber da ich ‚unseren‘ Johannisbeerkuchen ja schon verbloggt hatte, musste ein anderes Rezept her.

So habe ich wieder mal in meinem Koch- und Backbuchregal gestöbert und bin bei diesem Buch hängengeblieben – und zwar bei einer Johannisbeertarte.

Schon beim Backen kam mir das Rezept recht umständlich vor, auch dachte ich: ‚was hat der recht dicke Mürbeteigboden mit einer Tarte gemeinsam und was soll diese Oblate da?‘ Aber ich habe mich brav ans Rezept gehalten und mir jede erdenkliche Mühe mit dem Kuchen gegeben….das Ergebnis ist optisch zwar einigermaßen okay, aber geschmacklich eine einzige Niete.
Der Mürbeteigboden ist trocken und zu massiv, die Oblate erinnert an Kaugummi und erfüllt  keinerlei nachvollziehbaren Zweck, denn die Johannisbeeren suppen kein bisschen in ihrer Hülle aus Speisestärke und Mandeln – und überhaupt: der ganze Belag schmeckt nur langweilig.

In manchen Fällen sollte man einfach bei seinem erprobten Rezept bleiben – vor allem, wenn es auch noch so ein Gefühl aus Kindheitstagen birgt – denn dafür kann es schlecht Ersatz geben; aber es war kein rein subjektives Urteil nur von mir, Herr D. war noch weniger angetan von dem Kuchen – oh, es soll ja eine Tarte sein – als ich.

Also schlichtweg Murks und ich rate nicht zum Nachbacken!

Johannisbeertarte_2

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Johannisbeertarte
Kategorien: Kuchen, Mürbeteig, Johannisbeeren
Menge: 26 Er Kuchenform

Zutaten

H TEIG
300 Gramm   Mehl
70 Gramm   Zucker
1 Prise   Salz
100 Gramm   Kalte Butter
1     Ei
H BELAG
500 Gramm   Rote Johannisbeeren
80 Gramm   Butter
200 Gramm   Gemahlene Mandeln
200 Gramm   Zucker
40 Gramm   Speisestärke
2     Obstkuchenoblaten(die richtig großen)
3     Eiweiße
1 Prise   Salz
H FORM
      Butter
H NACH DEM BACKEN
      Puderzucker

Quelle

  nach
  Cornelia Schinharl / Sebastian Dickhaut
  "Basic baking"
  GU Verlag
  Erfasst *RK* 21.07.2008 von
  Eva Ohrem

Zubereitung

1. Für den Teig das Mehl mit Zucker, Salz, Butter in Stückchen und Ei verkneten, 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

2. Johannisbeeren waschen und mit den Fingern abzupfen. Butter
schmelzen und die Hälfte der Mandeln darin mit 100 g Zucker bei
mittlerer Hitze unter Rühren leicht braun rösten. Mit Beeren und Stärke
mischen.

3. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen (ohne Vorheizen: Umluft 180
Grad). Den Teig zwischen Klarsichtfolie rund ausrollen. In die
ungefettete Form legen, einen 2 cm hohen Rand hochziehen. Teig mit
einer Gabel oft einstechen und mit den Oblaten belegen.

4. Die Eiweiße mit Salz steif schlagen, dann nach und nach den
restlichen Zucker einrieseln lassen. Dies mit der Beerenmasse und den
übrigen Mandeln vermengen, in der Form glattstreichen. Den Kuchen im
Ofen auf der mittleren Schiene 50-60 Minuten backen. Mit etwas
Puderzucker bestäuben und in der Form 20 Minuten ausdampfen lassen.
Vorsichtig aus der Form lösen, abkühlen lassen.

So viel Zeit muß sein: 2 Stunden, davon die Hälfte der Zeit zu tun

Kalorien pro Stück: 425

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9 Gedanken zu „Murks: Johannisbeertarte

  1. Hedonistin

    Optisch ist sie sehr gelungen – ich dachte, das wäre ein Beitrag für Zorras Schweizer Event.
    Und mach dir nix aus der geschmacklichen Enttäuschung. Es ist auf jeden Fall weniger frustrierend, wenns ganz eindeutig am Rezept liegt, als wenn man selbst gemurkst hat 🙂 … aber ärgerlich bleibts natürlich allemal.

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  2. Dandu

    Früher habe ich mich auch an komplizierten Rezepten ergözt und dachte dass für etwas spezielles der Werdegang auch kompliziert sein muss. Eben nicht.
    Man lernt auch nur aus solchen Erfahrungen.

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  3. Petra

    Schade um die Zutaten, aber wenn das Rezept nicht passt, hilft alle Mühe der Welt nicht. Ich lerne langsam bei Rezepten auf mein Gefühl zu hören, klappt nicht immer und ohne Wagnis keine neuen Erkenntnisse, aber die Erfahrung kommt mit der Zeit. Schau mal, ob du jemand findest, den du mit dem Kuchen glücklich machen kannst, dann ist nicht alles verloren. Es gibt Leute, die nicht so anspruchsvoll sind…
    Liene Grüße

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  4. Jutta

    Brav! Endlich mal etwas, das nicht auf die Liste kommt ;-)) Aber gut sieht er aus, das muss man ihm lassen. Außen hui, innen pfui, gell?

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  5. Marlene

    Es gibt Leute, die nicht so anspruchsvoll sind…- ein schöner Satz von Petra, aber wenig Trost für dich….optisch sieht er wirklich sehr gut aus.
    Verbuche es einfach unter Back-Erfahrungen….

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  6. Ursula

    Da kann ich dir heute die Hand reichen: ich war mit meinem Ergebnis auch nicht zufrieden! Es schmeckt zwar vorzüglich, aber die Optik lässt gewaltig zu wünschen übrig, und das bei so viel Arbeit!
    Bei dir stimmt das Mengenverhältnis von Mehl und Butter im Teig nicht: bei einem Mürbeteig sollte das Verhältnis von Zucker, Butter und Mehl mindestens 1:2:3 sein, d.h. 1 Teil Zucker, 2 Teile Butter, 3 Teile Mehl. Bei Butter kann man noch erhöhen, bei Mehl reduzieren- es wird immer besser.
    Aber optisch ist dein Kuchen hervorragend!

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