Kochevent in Hamburg: Braten, Backen, Bloggen und Frittieren

Als ich vor gut 2 Wochen eine Mail in meinem Postkasten vorfand mit einer Einladung zum Kochevent von Butaris  "Braten, Backen, Bloggen und Frittieren" für den 3. Juli im Resturant Nil  in Hamburg war ich mehr als überrascht.
Wie kam ich nur zu dieser Ehre? Nach kurzer Beratung mit Herrn D. stand schnell fest, dass wir teilnehmen wollten – zumal dies auch Gelegenheit bot,  andere Blogger aus der näheren Umgebung zu treffen.

Leider fiel der besagte Termin auf einen der wenigen, außergewöhnlich schwülen Tage in Norddeutschland und wir kamen gerade noch rechtzeitig vor dem Beginn des 24-Stunden-Regens im Nil an.

Nil1

Hier wurden wir von Mitarbeitern der ausrichtenden Agentur sowie dem Veranstalter und dem Koch Bernd Arold  begrüßt, der in Kürze in München sein eigenes Restaurant eröffnen wird; des Weiteren waren mehrere Online-Foodjournalisten eingeladen. Für mich als Neuling war dies natürlich die Gelegenheit, mehrere Foodblogger persönlich kennenzulernen – dies waren: Chaosqueen, die Küchengeister, der Nasebär, Foodfreak und Küchenlatein.

Nach kurzem Small-Talk und Kennenlernen mit erfrischenden Getränken gab uns Bernd Arold den Ablauf des Abends bekannt. Die Vorspeise – Kaffeethuna auf Rosen-Vitello mit rumgebackener Sesam-Feige – hatte er teilweise vorbereitet: die Zutaten waren schon eingelegt. Er versprach uns einen Zutatenmix, der unsere bisherigen Geschmackserfahrungen auf exotische Weise erweitern würde.

Er erläuterte uns die Arbeitsschritte und Zutaten des jeweiligen Ganges und bezog dann alle Teilnehmer in die Zubereitung mit ein (sprich: er verteilte die Arbeit!).
Aufgrund der entsprechenden Zubereitungsdauer wurde dann zuerst das Dessert vorbereitet: Halbflüssiger Schokokuchen mit Karotten-Vanille-Kirschen. Der Schokoladenkuchen wurde mit einer gewagten Mischung aus Süßholz, Zitronenverbene, Lindenblüten, Eukalyptus und Lavendelblüten aromatisiert.
Die Kirschen kamen in einen Sud aus Karottensaft, Vanilleschoten und Limettenblätter.

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Kirschen_2

Nachdem die Vorbereitungsarbeiten für das Dessert abgeschlossen waren, widmeten wir uns der Vorspeise.
Alle Zutaten hatten eine hervorragende Qualität  – was man am Thunfisch und dem Kalbstafelspitz sehr gut erkennen kann.

Thunfisch
Tafelspitz

Feigen

Es wurde angerichtet und wir konnten uns der Vorspeise widmen. Mir schmeckte der ungewohnte Aromen-Mix außergewöhnlich gut.

Vorspeise

(leider fehlt hier noch die – in Tempura-Teig frittierte – Feige)

Nun durfte wieder gearbeitet werden, der Hauptgang war an der Reihe: Jakobsmuscheln im Rindermantel auf Artischocken-Physalis und Bockshornklee-Ziegen-Dinkletten – wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass für Abdecken und die Spülarbeiten fleissige Helfer im Hintergrund tätig waren – vielen Dank dafür!

Ein Teil der Foodblogger widmete sich dem Nudelteig und dem anschließenden Herstellen der Ravioli, die anderen kümmerten sich um Fleisch, Jacobsmuscheln und die  Artischoken-Physalis-Beilage.

Fleisch
Fleisch2

Fleisch3

Nudeln1_2

Nudeln2_2

Leider fielen ab jetzt weitere Fotos, die Herr D. hätte machen wollen, dem Genuß der hervorragenden, begleitenden Weine und den vielen Speisen zum Opfer und daher gibt es weder Bilder vom kompletten Hauptgang noch von der Nachspeise.

Die Kombination Jakobsmuscheln im Rindermantel mag ja sehr interessant sein, aber mir persönlich wären bei der so guten Qualität der Zutaten die Einzelaromen lieber gewesen. Außerdem kann ich nach dem erstmaligen Genuss einer Jakobusmuschel nicht den Hype auf diese Meeresfrucht nachvollziehen. Der Geschmack der Beilage – Artischocken-Physalis – war aufgrund der gewünschten Kreativität der Teilnehmer leider dem Gewürzwahn zum Opfer gefallen, so dass mehr der exotische Pfeffer den Ton angab als die Frische der Artischocke und die Süße der Physalis. Diese Kritik soll aber nicht bedeuten, dass der Hauptgang Herrn D. und mir nicht geschmeckt hat.

Da das Dessert ja schon zu Beginn vorbereitet worden war, musste der Teig des Schokoladenkuchens nur noch in feuerfeste Formen gefüllt, kurz gebacken und dann mit den Kirschen zusammen angerichtet werden.
Das Dessert entpuppte sich als Schokokuchen-Überraschung, da auch hier die angewandte Gewürzmischung die Geschmacksknospen einer weiteren Herausforderung unterzogen. Im Hause D. war man sich uneins über dieses Geschmackserlebnis: Herr D. fand die Kombination Schokokuchen mit den Kirschen und dem dazu gereichten Tütchen Ahoi-Brause – natürlich im klassischen Waldmeistergeschmack – einfach prickelnd; ich konnte keinen flüssigen Kern finden und hatte anscheinend auch von den besonderen Aromen nichts abbekommen, auch die Ahoi-Brause nahm ich lieber seperat zu mir.

Herr Arold hat die Teilnehmer an diesem Event direkt ins Geschehen eingebunden und nie den "Chef" herausgekehrt; es entstand durch seine offene, sympathische Art eine schöne, harmonische "Arbeitsumgebung", die für mich und Herrn D. diesen Abend zu einem Highlight machten und uns vergessen ließen, dass wir einer gesponserten Einladung gefolgt waren. Wir beide haben an diesem Abend viel Neues erfahren dürfen, unseren Gewürzhorizont erweitern können und werden sicher – in Erinnerung an dieses Event – immer wieder versuchen neue Richtungen in unsere Kochleidenschaft zu bringen.
Gute Gespräche bereicherten diesen Abend noch zusätzlich.

10 Gedanken zu „Kochevent in Hamburg: Braten, Backen, Bloggen und Frittieren

  1. Ulrike

    Schon die Dritte Teilnehmerin ohne Nachtischphoto ;-)! Nett war’s wirklich und ich fand es schön alle einmal persönlich kennenzulernen.

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  2. Sivie

    Ups, da war ich doch etwas zu schnell.
    Ich fand es auch toll, dass wir uns mal persönlich kennengelernt haben. Schade, dass Du nicht im Ravioli-Team warst.

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  3. Barbara

    Danke für den schönen Bericht!
    Die Einladung habe ich auch bekommen, aber zu dem Termin keine Zeit, nach Hamburg zu fahren (ist von uns auch recht weit…). Schade, ich hätte Euch alle auch sehr gerne getroffen! Vielleicht ein anderes Mal. 🙂

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  4. Dandu

    WOW ich bin beeindruckt. Solche Abende sind eine tolle Bereicherung und vorallem lernt man einige Blogger kennen. Der Kaffeethuna klingt toll.

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  5. Eva

    @ Sivie: ja, war schön sich mal prsönlich kennenzulernen; was das „Ravioli-Team“ angeht, wäre da für mehr Personen kein Platz/keine Aufgabe mehr gewesen und alles andere war ja auch interessant:-)

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  6. Bolliskitchen

    Butaris? Das ist doch so eine Art Fett, oder?
    Ich bin wie Du auch der Meinung, dass man die feinen Jakobsluscheln nicht mit Rind umgeben sollte und, dies ist meine Meinung!, schon gar nicht in Butaris braten……..
    War doch nett, sich mal so an einer grossen Tafel zu treffen, oder? Jetzt soll nochmal einer sagen, in Norddeutschland sei nichts los!

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  7. Petra

    Auch ich musste leider absagen, der Aufwand mit weiter Anfahrt wäre schon beträchtlich gewesen. Umso mehr freue ich mich über deinen ausführlichen Bericht, danke!

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  8. FoodFreak

    Braten Backen Bloggen Kochen – Butaris-Event mit Bernd Arold

    Knapp 1 1/2 Wochen ist es nun her, dass ich – gemeinsam mit anderen Foodbloggern und (Online-) Food-Journalisten – an einem von Butaris gesponserten Event mit dem Titel Braten, Backen, Bloggen und Frittieren teilgenommen habe. Zeit für einen Rückblick …

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